Beschreibung der Ostbelgischen Rotbunten Rinderrasse

Die Doppelnutzungsrasse ist eine schlichte, mittelgroße, frühreife und robuste Milchkuh mit guten Milch- und Fleischeigenschaften, deren gute Muttereigenschaften sie auch Mutterkuh b.z.w. Ammenkuh interessant machen.
Der Kopf ist typischerweise klein, kurz und breit, mit einem breiten Maul.
Sie hat einen ruhigen Charakter, ist pflegeleicht, selten krank und langlebig.

Vorderteil

Die Schultern sind schräg, lang, breit, gut bemuskelt und fest.
Der Widerrist soll genug Länge und Breite haben.

Der mittlere Teil des Körpers

Er muß Platz für Herz, Lunge, Vedauungstrakt und für die Aufnahme großer Futtermengen haben. Daher ist es wichtig, daß der mittlere Teil gut entwickelt ist. Der Rücken soll genug Länge und Breite haben, gut bemuskelt, stark und fest sein. Die Hüften sind breit, stark und wieder gut bemuskelt, die Stärke der Hüften hängt von der Form des Beckens ab.
Die Rippen sind gebogen und ausreichend breit und tief. Die Flanken sind gut ausgefüllt und nicht zu groß.

Hinterteil

Hinterteil und Hüften sind die Hauptteile für die Fleischproduktion von guter Qualität und spielen daher eine große Rolle bei der Einschätzung der Fleischmerkmale.
Das Becken sollte breit sein und dem einfachen Abkalben, der Fleischproduktion und dem guten Ansatz des Euters dienen. Es sollte ebenfalls gut starke Muskelansätze aufweisen sein.
Das Becken ist typischerweise bei dieser Doppelnutzungsrassen leicht nach hinten und zur Seite gewölbt und abgerundet. So bekommen wir starke und breite Hüften die eine ausgezeichnete Fleischqualität besitzen. Ist es nicht horizontal genug, wird das Hinterteil zu kurz und das Euter ist zu weit nach vorne plaziert.
Das breite Becken neigt leicht nach hinten und vereinfacht das Abkalben.

Der Schwanz soll einen starken Ansatz haben, leicht hervorstehen und recht fein sein.
Die Schenkel und Beine sind breit, mit ausreichender Tiefe und sichtbarer Bemuskelung. Sie stehen an zweiter Stelle, nach den Hüften, für die Fleischproduktion.
Die Glieder sind kurz, stark, trocken und ausreichend bemuskelt.

Fellfarbe

Rot und weiß, die farblich unterschiedlichen Flecken sind klar voneinander abgegrenzt (ein dunkleres rot, wie „gebrannt“, ist erlaubt), der Kopf ist vollkommen rot oder mit einer mehr oder weniger großen, weißen Blesse (aber kein komplett weißes Gesicht, wie bei Fleckvieh). An Bauch und Beinen weiße Abzeichen, die Schwanzspitze ist weiß.

Reproduktion

Sie besitzt eine gute Fruchtbarkeit mit durchschnittlich 5-7 Kalbungen mit einem breiten, gut geneigten Becken. Eine längere Lebensdauer mit einer höheren Reproduktion erhöht die Wirtschaftlichkeit.

Hörnerform (anzustrebendes, nicht ausschließendes Kriterium)

Bei der Kuh: sollten sie klein sein und sich rund nach vorne biegen.
Beim Bullen: nicht zu lang und gerade nach außen zeigend.