Die Geschichte der Ostbelgischen Rotbunten

Ursprünglich stammt die rote Kuh Ostbelgiens vom schwarzbunten Niederungsvieh Schleswig Holsteins ab. Hier kamen schon immer rot-erbige Tiere in den Herden vor, die durch Handelsbeziehungen um die vorletzte Jahrhundertwende über weite Distanzen verbreitet wurden. Beliebt wegen ihrer guten Nutzungseigenschaften verdrängten sie in Ostbelgien rasch die anderen, noch verbliebenen Landschläge und trugen zum Wohlstand der Milchviehhalter bei.

Den Ursprung als Niederungsrind teilt sie z.B. mit Rassen wie der Holstein-Friesian kurz HF genannt. Anders als die HF Kühe, die in Amerika zur völligen Einnutzungsrasse umgezüchtet wurde und nach ihrer Rückkehr in Deutschland fast alle anderen Milchrassen verdrängte, ist die Rotbunte immer eine Mehrwertrasse geblieben. Ihre Züchter schätzen genau dies an ihr – anspruchslos und genügsam bringt sie alle Jahre ihre Kälber zur Welt, ist freundlich und gesund, hat gute Klauen gibt viel Milch und hat eine nicht unerhebliche Fleischleistung.

Die Ostbelgische Rotbunte ist seit jeher nicht ausschließlich Milchrasse gewesen, sondern wurde immer schon auch als Fleischrasse geschätzt. In heutiger Zeit gewinnt sie immer größeres Interesse durch die guten Muttereigenschaften, die sie auch als Ammenkuh für mehrere Kälber oder als ausschließliche Mutterkuh interessant machen. Im Gegensatz zu Einnutzungsrassen wie den robusten Highlands, Galloways oder Herfords ist die Ostbelgische Rotbunte durch ihre Genügsamkeit auch zur Bewirtschaftung von Naturschutzflächen hervorragend geeignet. Ihre natürliche Menschenbezogenheit und ihre Gutmütigkeit, die durch die lange Nutzung als Milchkuh fest in den Tieren verankert ist, ergeben eine Landschaftspflegekuh die auch den Umgang mit ihren Menschen nicht erschwert.

Durch die züchterische Bearbeitung der letzten Jahrzehnte hat sie inzwischen bessere Euter und Beine so ist sie eine sehr interessante Milchkuh geworden, die immer noch aus Gras Milch macht – eine heute immer mehr geschätzte Fähigkeit, die vielen Hochleistungsrassen verloren gegangen ist. Bei steigenden Kraftfutterkosten macht sich Grasmilch doppelt bezahlt.